Allgemein

14.2.2020

Das Coronavirus ist allgegenwärtig und hat den Pflanzenölmarkt kurzfristig stark beeinflusst. Insbesondere in China ist die Nachfrage stark zurückgegangen. Vor wenigen Wochen wäre in China das Neujahr gefeiert worden, was in der Regel einen grossen Konsum mit sich bringt. Auf Grund des Coronavirus jedoch ist der Bedarf massiv eingebrochen. Auch stehen nach wie vor viele Industriebetriebe still und benötigen keine bezw. wenig Rohstoffe. Gleichzeitig sind die Exporte nach China stark reduziert worden, da durch staatliche Verordnungen zum Teil die Handelswege geschlossen worden sind. Es wird nur noch selektiv importiert.
Grundsätzlich müsste China viel mehr einführen, da sie selber mehrheitlich ungenügende, eigene Ernten erhalten haben, was den Importbedarf erhöht.
Sobald sich die Lage beruhigt und China wieder vermehrt Waren einkauft, dürfte die Nachfrage schnell wieder steigen.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Russland hat in den letzten Monaten grosse Mengen verkauft. Nun könnte aber langsam die Verfügbarkeit für die inländischen Ölmühlen knapp werden. Dies wiederum könnte dazu führen, dass der Staat möglicherweise eingreift und höhere Exportsteuern erheben wird.
Grundsätzlich sind die Lager in der Schwarzmeer-Region noch immer gut gefüllt, aber allmählich geht das Produktionsvolumen zurück.
Das Coronavirus hat indirekt auch das Sonnenblumenöl beeinflusst. Mangels Nachfrage aus China (gemäss Info unter Allgemein) sind vor allem die Notierungen für Sojaöl und Palmöl zurückgekommen. In diesem Sog ist auch das Sonnenblumenöl in den letzten Wochen etwas gesunken.
Aus fundamentaler Sicht ist eigentlich kein weiteres Abwärtspotential mehr in Sicht. Wichtig für die kommende Tendenz wird aber auch sein, wie sich die Situation in China weiter entwickelt.

Der Markt für das High Oleic Sonnenblumenöl hat sich in den letzten Wochen dem Trend des konventionellen Sonnenblumenöls angepasst.
Es gibt noch unbestätigte Informationen, dass einige Anbauer von der konventionellen Sonnenblume auf das High Oleic gewechselt haben bezw. noch werden, da sie sich hier ein höheres Einkommen versprechen. Ein grösseres Angebot könnte dann auch zu tieferen Preisen führen. Aber noch ist vieles ungewiss.


Tendenza: steigend


Rapsöl

Analog dem Sonnenblumenöl ist auch das Rapsöl massiv vom Coronavirus in China beeinflusst worden. Entgegen den fundamentalen Daten, welche mehrheitlich nach oben zeigten, waren die externen Faktoren stärker. Das Rapsöl ist im Sog der Notierungen von Sojaöl und Palmöl etwas gesunken.
Kanada konnte nicht alle Felder vor dem Wintereinbruch ernten, so dass diese bis im Frühling warten müssen. Ob diese dann noch den gleichen Ertrag bringen, ist offen.
Die Temperaturen in der EU sind zu warm. Sollte ein schneller, intensiver Frost auftreten, könnten die Felder Schaden nehmen. Ausserdem bleibt die Verfügbarkeit in der EU weiterhin sehr knapp bis zur neuen Ernte im Sommer. Zudem werden von den Bauern noch Saaten zurückgehalten, weil sie auf höhere Preise hoffen. Insgesamt steht in der EU in dieser Saison nur eine Menge von ca. 9.5 Mio To Öl zur Verfügung. So tief war das Angebot schon seit Jahren nicht mehr.
Aus fundamentaler Sicht ist kurzfristig eigentlich kein weiteres Abwärtspotential mehr in Sicht. Die hinteren Preise werden leicht tiefer gehandelt je näher die neue Ernte rückt, was auf eine leichte Entspannung im Sommer hindeutet. Doch noch ist es ein weiter Weg bis dahin. Wichtig für die kommende Tendenz wird aber auch sein, wie sich die Situation in China weiter entwickelt.


Tendenza: stabil


Erdnussöl

Indien hat eine Exportbeschränkung für seine Erdnüsse beschlossen. Die Regierung hofft damit, die Inlandpreise für die eigene Bevölkerung senken zu können. Dies hatte aber einen negativen Einfluss auf den Weltmarkt, denn Indien hat grundsätzlich eine gute Ernte erhalten, weshalb der Markt eigentlich von einer grösseren Exportverfügbarkeit ausgegangen ist.
Der Importbedarf der Chinesen ist nach wie vor sehr gross und beeinflusst den Weltmarkt ebenfalls negativ, vor allem aus Senegal wurde sehr viel eingeführt.
Die kommende Ernte in Argentinien wird nun tiefer eingeschätzt als noch vor wenigen Wochen/Monaten. Sollte dies definitiv eintreten würde auch die globale Menge nach unten korrigiert werden. Es kann zwar trotzdem davon ausgegangen werden, dass die Ernte der Saison 2019/2020 über dem Volumen des Vorjahres liegen wird, doch offen ist, wie viel davon gepresst wird und somit als Öl zur Verfügung steht und wie viel ganze Nüsse konsumiert werden.


Tendenza: stabil-steigend


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