Allgemein

13.03.2020

In den letzten Tagen und Wochen hat sich die Situation noch weiter verschärft. Nun hat das Coronavirus auch Europa grossflächig erreicht, so dass auch diese Länder inzwischen zu rigorosen Schritten gezwungen wurden. Viele Veranstaltungen wurden untersagt, Tourismus und das Gastrogeschäft sehr stark eingeschränkt. Diese Massnahmen haben die Verunsicherung massiv gesteigert, so dass die Aktienbörsen regelrecht eingebrochen sind. Hinzu kommt der Erdölschock mit dem über Nacht extremen Preissturz. All diese Faktoren haben dazu geführt, dass die Pflanzenölpreise ebenfalls gesunken sind.
Hinzu kommt, dass viele Anleger mit dem CHF einen sicheren Hafen gesucht haben und dadurch unsere Währung stark aufgewertet worden ist. Diese Situation hat die Importpreise für die Schweiz zusätzlich begünstigt.
Der Markt wird momentan ausschliesslich von diesen externen Faktoren dominiert. Die fundamentalen Daten werden überhaupt nicht berücksichtigt.
Der Pflanzenölmarkt müsste eigentlich höhere Preise zeigen, denn sowohl beim Palm als auch beim Raps und sogar bei der Soja sind die Aussichten nicht positiv. Auch gibt es erste Anzeichen, dass China wieder vermehrt Rohstoffe importieren könnte.
Der weitere Preistrend wird aber weiterhin sehr stark von den erwähnten externen Faktoren abhängen. Solange die Verunsicherung der Wirtschaft vorhanden ist, sich die Nachfrage sogar noch weiter reduzieren sollte und sich auch keine Einigung im Erdölstreit abzeichnet, dürften die Notierungen tief bleiben oder möglicherweise noch weiter sinken. Sobald sich aber die Lage „beruhigt“ und die wirklichen Marktdaten abgebildet werden, dürften die Preise wieder allgemein steigen.


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Der Sonnenblumenöl-Markt wurde in den letzten Wochen ausschliesslich von den unter „Allgemein“ erwähnten, externen Faktoren dominiert. Die Marktdaten der Sonnenblume hingegen wurden nicht einberechnet. Dementsprechend sind die Preise tiefer als sie vom wirklichen Markt her eigentlich sein müssten.
Die Ernte in Russland wurde nochmals leicht nach oben korrigiert. Dementsprechend stehen auch grössere Pressmengen zur Verfügung. Allerdings haben Russland und die Ukraine in den ersten 6 Monaten bereits mehr als die Hälfte gepresst. Somit dürfte für die 2. Saisonhälfte weniger Öl zu Verfügung stehen, doch dank der sehr viel grösseren Ernte wird die Ölmenge trotzdem noch über dem Vorjahr liegen. Andererseits wird das Sonnenblumenöl jedoch auch (mindestens) einen Teil des Mankos vom Rapsöl kompensieren müssen.
Die Verfügbarkeit in Rumänien und Bulgarien hat inzwischen abgenommen. Dafür sieht die Situation in Argentinien dank besserem Wetter wieder positiver aus.
Die weitere Preisentwicklung wird stark von den unter „Allgemein“ erwähnten externen Faktoren beeinflusst. Momentan sind beide Preisrichtungen möglich.

Der Markt für das High Oleic Sonnenblumenöl ist ähnlich verlaufen wie beim konventionellen Sonnenblumenöl und hat sich auch dessen Trend angepasst.


Tendenz: stabil


Rapsöl

Der Rapsöl-Markt wurde in den letzten Wochen ausschliesslich von den unter „Allgemein“ erwähnten, externen Faktoren dominiert. Die Marktdaten des Rapses hingegen wurden nicht einberechnet. Dementsprechend sind die Preise tiefer als sie vom wirklichen Markt her eigentlich sein müssten.
Bis zur neuen Ernte wird die Pressmenge weiter abnehmen und schlussendlich sogar noch tiefer ausfallen als im letzten Jahr. Dies wäre dann das dritte Jahr in Folge, in welchem ein Rückgang verzeichnet werden musste.
Nach wie vor sind die hinteren Preise der aktuellen Ernte tiefer als die vorderen. Das ist ein Zeichen, dass die Pressmengen und damit die Verfügbarkeit knapp sind und sich erst wieder entspannen, wenn die neue Ernte eintrifft bezw. kurz davor steht. Im Gegensatz zu den anderen grossen Pflanzenölen wie Palmöl und Sojaöl hat Rapsöl den Abwärtstrend nur teilweise mitgemacht, was ebenfalls ein Zeichen des knappen Angebots ist.
Allerdings wird die weitere Preisentwicklung auch beim Rapsöl stark von den unter „Allgemein“ erwähnten, externen Faktoren beeinflusst. Momentan sind beide Preisrichtungen möglich.


Tendenz: stabil


Erdnussöl

Auch das Erdnussöl konnte sich dem Einfluss der unter „Allgemein“ erwähnten, externen Faktoren nicht ganz entziehen. Doch haben sie sich in diesem Fall deutlich weniger stark ausgewirkt als bei den meisten anderen Pflanzenölen. Erdnussöl zählt nicht zu den sogenannt grossen Pflanzenölen, weshalb die effektiven für das Erdnussöl geltenden Marktfaktoren doch stärker gewichtet sind.
Auf Grund der eigenen, schlechten Ernte hat China über eine längere Zeit Erdnüsse und auch Erdnussöl aus Senegal bezogen. Die Chinesen haben den Farmern deutlich mehr bezahlt als die inländischen Verarbeiter, so dass die eigenen Ölmühlen teilweise nicht mehr ausgelastet waren. Die senegalesische Regierung hat deshalb vor einigen Wochen den schon viel früher erwarteten Exportstopp für Erdnüsse verfügt, damit genügend Ware für die einheimischen Presswerke verbleibt. Es dürfen nur noch max 200 Thd Erdnüsse exportiert werden. Allerdings ist diese Menge bereits im Dezember/Januar ausgeführt worden. Dies würde bedeuten, dass nun keine Mengen mehr verfügbar wären, zumindest vorübergehend nicht mehr. Es besteht eine gute Chance, dass zu einem späteren Zeitpunkt wieder Erdnussöl aus Senegal angeboten wird, sobald die Pressungen durch die eigenen Ölmühlen erfolgt sind.
Allerdings gibt es keine bestätigten Informationen, ob die staatliche Intervention nicht zu spät erfolgt ist und noch genug Mengen im Inland verblieben sind, um eine gute Grundauslastung der Presswerke garantieren zu können.


Tendenz: stabil-steigend


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